Geschichte und Wirken

Vereinsgründung und orgelbauliche Maßnahmen

Der Orgelbauverein der Christuskirche Freiburg e.V. wurde 1974 mit dem Ziel gegründet, dem damaligen Kantor der Christuskirche, Horst Hempel, eine dessen überragenden Fähigkeiten angemessene neue große Orgel zu errichten. Den ersten Vorsitz des Vereins hatte zunächst Horst Wülfrath inne. 1975 folgte ihm Prof. Dr. Rainer Marten, der dieses Amt 20 Jahre lang innehatte. Seit 1995 steht Prof. Otfried Büsing dem Orgelbauverein als Erster Vorsitzender vor.

Dank umfangreicher Spendenaktionen konnte 1980 die große dreimanualige Rieger-Orgel mit 39 klingenden Stimmen errichtet werden. Sie war bereits zur Einweihung am 17./18. Mai 1980 vollständig finanziert. Der Beitrag des Orgelbauvereins betrug 223.264,00 DM (entspräche im September 2025 ca. 295.000 €).

In den folgenden Jahrzehnten finanzierte der Verein kontinuierlich notwendige bauliche Verbesserungen an der Rieger-Orgel, darunter die Einrichtung einer elektronischen Setzeranlage (2013), die den Zugriff auf 4000 verschiedene Registerkombinationen ermöglicht.

Auch die aufwändige Generalsanierung in den Jahren 2015/16 wurde wesentlich vom Orgelbauverein getragen. Sie machte unter anderem eine Einhausung der Orgel erforderlich. Im Rahmen der Sanierung konnte durch das erfolgreiche Projekt „Pfeifenpatronat“ das klanglich notwendige neue Pedalregister (Violoncello 8’) eingebaut werden.

Im Anschluss wurde mit finanzieller Unterstützung des Vereins die „Winddrossel“ für das II. Manual technisch überholt, die das Musizieren mit variablem Winddruck – insbesondere für avantgardistische Klangeffekte – ermöglicht.

Parallel zur Finanzierung der orgelbaulichen Erhaltungs- und Erweiterungsmaßnahmen ermöglichte der Verein die Anschaffung weiterer hochwertiger Instrumente, die heute ein wesentlicher Bestandteil des musikalischen Lebens an der Christuskirche sind:

  • Truhenorgel der Firma Georges Heintz (4 Reg.)
  • Upright-Piano für den Kirchenraum
  • Konzertflügel (Kawai) für Chorproben bzw. Konzerte
  • Zweimanualiges Cembalo in historischer Bauweise (nach Mietke, gebaut von Christoph Kern, Staufen)

Künstlerische Aktivitäten und Auszeichnungen

Dank der orgelbaulichen und finanziellen Unterstützung durch den Orgelbauverein konnte sich an der Christuskirche ein lebendiges künstlerisches Profil entfalten. Kantor Horst Hempel führte in seiner Amtszeit mehrfach Bachs Gesamtwerk für Orgel auf, darunter die Kunst der Fuge, und entwickelte das Format „Klingende Kirche“, das später von zahlreichen Kirchengemeinden übernommen wurde.

Bereits 1981 verantwortete der Orgelbauverein die Freiburger Bach-Tage an der Christuskirche, die das musikalische Leben der Gemeinde nachhaltig prägten.

Für sein Engagement wurde der Orgelbauverein am 11. Februar 1984 vom damaligen Ministerpräsidenten von Baden-Württemberg, Lothar Späth, als „Vorbildliche kommunale Bürgeraktion“ ausgezeichnet – unter dem Vorsitz von Prof. Dr. Rainer Marten.

2015/16 veranstaltete der Orgelbauverein gemeinsam mit der damaligen Bezirkskantorin Hae-Kyung Jung, Domorganist Prof. Matthias Maierhofer, Münsterorganist Jörg Josef Schwab und der Cellistin Melanie Beck mehrere Benefizkonzerte, die auch zum Erfolg der Generalsanierung beitrugen.